Ich vergleiche den Zuschnitt, der oft eine harte
Arbeit ist (man beachte das strenge Wetter in dieser Zeit) mit einer
Partie Schach: Für eine Rebe braucht man etwa 10 bis 20 Sekunden (wenn
man geübt ist), man macht den Schnitt und im Weitergehen zur nächsten
Rebe markiert man bereits die guten Triebe und den Gesamtzustand. Am
Stamm angekommen versichert man sich, dass das Gesehene zutrifft, macht
den Schnitt usw.

Gewürztraminer Schlossreben beim
Entfernen der Zweige.
Diese Vorgehensweise erfordert
eine gewisse Konzentration. Sobald diese abnimmt, macht man Fehler.
Außerdem hat man nicht viel Zeit, weil die Tage in dieser Jahreszeit
kurz sind und helles Tageslicht unerlässlich für einen guten Zuschnitt
ist.
Der Vorschnitt: Seit einigen Jahren gibt es sogenannte Vorschneider.
Im Elsass schneidet man mit dieser Maschine den Bereich zwischen dem
obersten und dem zweitobersten Draht. Diese Arbeit, die auf den ersten
Blick harmlos wirkt, erhöht den Aufwand um etwa 20 bis 30%, denn in
dieser Höhe nimmt die Bedeutung der Ranken zu und wenn es darum geht,
die Äste zu entfernen, dann ist das Beschneiden der Ranken eine sehr
unangenehme Arbeit.

Der Vorschnitt

Der Schnitt ist gemacht und das Entfernen der Äste kann beginnen…
Nach dem Entfernen der Äste werden diese
an Ort und Stelle kleingehäckselt.
…hier wurden die Äste
entfernt. Nun ist die Zeit der Reparatur gekommen (Spannen der Drähte,
Austausch beschädigter Pfähle, Überprüfung der Drahtaufhängungen etc.)