Der Zuschnitt

Der Zuschnitt der Reben ist von Region zu Region verschieden und hängt ab vom Klima, von den verschiedenen Rebsorten, vom Qualitätsanspruch und vom Alter der Methode, sprich: von der Tradition. Im Elsass spricht man von einem Zuschnitt "Guyot double arquée haute".


Gewürztraminer Schlossreben beim Entfernen der Zweige.

Die Rebe wird von fünf oder sechs Metalldrähten gehalten. Der erste befindet sich 80cm über Grund.

Um zum Zuschnitt zurückzukommen: Hier muss man
- möglichst den dem ersten Draht von unten nahegelegensten Spross auswählen, um einen zu hohen Ansatz zu verhindern.
- einen gesunden Sproß auswählen.
- einen ausgeglichenen Zuschnitt durchführen, der einem gleichmäßigen Bewuchs dient (einen Spross links, einen Spross rechts).
- je nach Stärke des Stamms ein oder zwei Sprosse behalten.
- Um für das nächste Jahr schöne Ruten in idealer Höhe zu bekommen, schneidet man am Kopf des Rebstockes einen Zapfen, an dem kräftige Triebe wachsen können.
- den unteren Teil des Stammes beschneiden, um unnötigen Energieverlust zu vermeiden (oder einen Trieb verwenden, um einen zu hohen Stamm abzusenken).
- alte Äste entfernen (diese tragen sehr wenig Früchte).
- Triebe entfernen, die schon bei geringen mechanischen Beanspruchungen abbrechen können.
- Immer vorausschauend arbeiten und daran denken, wie welcher Zweig im nächsten Jahr beschnitten werden könnte.

Image 1 : Neuer Trieb, der nicht geschnitten wird; Trieb vom Vorjahr; Neuer Spross am Fuß des Stammes
Image 2: Neuer Trieb; zapfen

Ich vergleiche den Zuschnitt, der oft eine harte Arbeit ist (man beachte das strenge Wetter in dieser Zeit) mit einer Partie Schach: Für eine Rebe braucht man etwa 10 bis 20 Sekunden (wenn man geübt ist), man macht den Schnitt und im Weitergehen zur nächsten Rebe markiert man bereits die guten Triebe und den Gesamtzustand. Am Stamm angekommen versichert man sich, dass das Gesehene zutrifft, macht den Schnitt usw.


Gewürztraminer Schlossreben beim Entfernen der Zweige.

Diese Vorgehensweise erfordert eine gewisse Konzentration. Sobald diese abnimmt, macht man Fehler. Außerdem hat man nicht viel Zeit, weil die Tage in dieser Jahreszeit kurz sind und helles Tageslicht unerlässlich für einen guten Zuschnitt ist.
Der Vorschnitt: Seit einigen Jahren gibt es sogenannte Vorschneider. Im Elsass schneidet man mit dieser Maschine den Bereich zwischen dem obersten und dem zweitobersten Draht. Diese Arbeit, die auf den ersten Blick harmlos wirkt, erhöht den Aufwand um etwa 20 bis 30%, denn in dieser Höhe nimmt die Bedeutung der Ranken zu und wenn es darum geht, die Äste zu entfernen, dann ist das Beschneiden der Ranken eine sehr unangenehme Arbeit.


Der Vorschnitt


Der Schnitt ist gemacht und das Entfernen der Äste kann beginnen…

Nach dem Entfernen der Äste werden diese an Ort und Stelle kleingehäckselt.

…hier wurden die Äste entfernt. Nun ist die Zeit der Reparatur gekommen (Spannen der Drähte, Austausch beschädigter Pfähle, Überprüfung der Drahtaufhängungen etc.)

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